Wales

Mit unserem frisch gekauften Cheddar aus Cheddar im Gepäck fuhren wir weiter nach Westen. Wir fanden Gefallen am langsamen Reisen, so hatten wir nämlich mehr Zeit für Pausen und Ausflüge und konnten den Sommer richtig geniessen. Während wir in Skandinavien eher zügig unterwegs waren (Norwegen ist halt auch ein sehr grosses Land), tuckerten wir jetzt gemütlich Richtung Wales.

Nachdem wir die Prince of Wales Brücke überquert hatten, veränderte sich auch langsam die Landschaft; es wurde grüner und wilder. In der Region Gower machten wir einen Ausflug zur Three Cliffs Bay. Ein ziemlich cooler Strand wo man surfen, wandern und sogar klettern kann. Doch man darf sich nicht von der Schönheit täuschen lassen. Es lauern ungeahnte Gefahren auf und zwischen den Dünen. Man mag die einzelnen Kühe ja herzig finden, die in den Büschen und auf den Klippen gemütlich wiederkäuen, doch wenn plötzlich alle ohne Warnung miteinander den Sandhügel herunterpreschen, auf dem man vorher noch spazieren ging, ist man sehr froh, nicht mehr im Weg zu stehen. Zum Übernachten fanden wir einen schönen Farm-Camping mit Aussicht aufs Meer und Rössli, die direkt hinter unserem Van das saftige walisische Gras genossen (und nicht so böse Absichten wie die Kühe hegten!).

Am nächsten Tag fuhren wir zum Worm’s Head. Diese kleine Halbinsel erreicht man nur bei Ebbe. Dabei muss man zuerst über ein langes Riff klettern/krakseln um danach bis zum vordersten Punkt zu wandern. Nach einer letzten Kletterei steht man dann auf dem „Gipfel“ und sozusagen mitten im Meer. Allzu lange darf man dann auch nicht dort verweilen, weil man sonst von der Flut vom Festland abgeschnitten wird. Auf dem Rückweg trafen wir auf eine Gruppe Seehunde, welche sich nicht weit vom Ufer im Meer sonnten. Wieder am Festland sahen wir ein paar Gleitschirme am Hügel über dem Strand hin-und herfliegen. Matthias packte darum seinen Gleitschirm, zahlte die zwei Pfund Flug-Gebühr und machte sich auf den Weg zum Startplatz. Ich beschloss ebenfalls hochzulaufen und mich als Gleitschirm-Fotografin zu versuchen. Wie sich herausstellte, ist das leider auch nicht viel einfacher wie Surfer zu fotografieren. Der Spaziergang zum Startplatz lohnte sich trotzdem; die Aussicht über den langen Strand und den Worm’s Head war wunderschön. Nachdem Matthias ein paar Runden gedreht hatte, landete er gekonnt neben mir auf dem Startplatz und wir kehrten zum Camping zurück.

Nach einem Stopp im malerischen Städtchen Tenby ging es weiter ganz nach Westen, wo wir noch einen letzten Tag mit Sonnenschein genossen. Das Wetter verschlechterte sich danach so sehr, dass wir spontan die Fähre nach Irland buchten. Einerseits eine gute Idee, dem Regen zu entfliehen, andererseits hiess das auch, dass die Fahrt nach Irland ziemlich stürmisch war. Für Matthias kein Problem, für mich auch nicht so schlimm, aber lesen konnte ich in der schaukelnden Fähre nicht mehr, ohne dass mir schlecht wurde. Es waren also nicht gerade die entspanntesten 4 Stunden Fähren-Fahrt die wir bisher hatten. Doch zum Schluss beruhigte sich das Meer wieder und wir legten bei Sonnenschein in Irland an.

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