Auf dem Weg nach Südnorwegen

Die Wellenprognosen waren für 2-3 Tage schlecht, für die folgenden Tage aber gut. Wir entschieden uns, noch auf den Lofoten zu bleiben und noch etwas anderes zu unternehmen, solange das Wetter und die Wellen nicht mitmachten.
Wir kamen auf die Idee, uns den Trollfjord anzusehen. Wir hatten aber nicht im Sinn, von Svolvær aus mit einer Touristen-Bootstour hinzufahren, sondern hin zu wandern. Um wieder mal zu duschen, die Wanderung zu planen und Blog zu schreiben, haben wir im Vandrerhjem Ballstad übernachtet. Diese Jugi besteht aus vielen alten Fischerhütten (Rorbuer), welche umfunktioniert wurden.

Wir hatten schon bei unseren vorherigen Wanderungen bemerkt, dass das Wanderwegnetz nicht so dicht ist und die Wege auch nicht immer markiert sind. Wir haben deshalb verschiedene Quellen angeschaut, ob es denn tatsächlich einen Weg zum Trollfjord gibt. In der online-Karte, welche auf den offiziellen norwegischen Kartendaten basiert, ist in den einen Zoomstufen ein Weg eingetragen, in anderen nicht. Wir wussten also, dass es ein Abenteuer werden könnte.
Wir fuhren also zu unserem Startpunkt, packten unsere Rucksäcke inkl. Ausrüstung zum Übernachten und liefen los. Zuerst ging es auf einem Weg zügig voran, dann führte der Weg aber in sumpfiges Gebiet und die Sträuche wurden dichter. Bald hatten wir nasse Füsse und ein Pfad war nicht mehr sichtbar. Wir suchten noch hangauf- und hangabwärts nach einer Wegspur, es war aber nichts zu finden. In diesem unwegsamen Gelände, wo immer wieder Bächlein, Baumstämme oder Steine überquert oder umgangen werden müssen, kommt man plötzlich nur noch halb so schnell vorwärts und es ist gleich doppelt so anstrengend.
Dies war uns dann etwas zu viel Abenteuer und wir entschlossen uns, abzubrechen und umzudrehen… Hat uns ein wenig geärgert, war aber sicher die vernünftige Entscheidung.

Als Alternativprogramm sind wir noch ins Vikingermuseum und haben uns dann wieder in Unstad niedergelassen. Es hat die meiste Zeit stark gewindet, häufig geregnet und ab und zu auch geschneit. Am Montag waren die Wellen dann tatsächlich gut und surfen war angesagt, auch wenn es am Morgen noch geschneit hat und die Gipfel weiss gezuckert waren.

Wir verabschiedeten uns darauf von den Lofoten und nahmen die Fähre zum Festland. Mit einem lachenden Auge, da die Aussicht auf etwas höhere Temperaturen im Süden nicht schlecht klingt, und mit einem weinenden Auge, da wir hier viel schönes und verrücktes erlebt haben: Hier hoppeln die Hasen nachts über den Camping, die Orcas schwimmen vor dem Surfstrand vorbei und Leute mähen um 10Uhr Abends noch den Rasen…

Drei Tage lang sind wir auf der E6 durch unzählige Tunnels, Brücken und Strassenbaustellen nach Süden gefahren. Die E6 wird in dieser Region im Moment massiv ausgebaut, vielerorts gibt es eine völlig neue, begradigte Streckenführung und es werden dafür riesige Schneisen in die Landschaft gelegt. Bei engen Baustellen hat es dann meist statt einem Lichtsignal ein Auto, welches einem durch die Baustelle führt.

Vor Trondheim haben wir noch einen Abstecher nach Schweden gemacht, um unsere Vorräte aufzustocken. Auf der schmalen, verscheiten Strasse auf dem Weg zum Pass nach Schweden stand dann tatsächlich auch einmal ein Elch am Strassenrand. Er war dann aber zügiger im Unterholz als wir unsere Kamera gezückt hatten…

Wer findet den Elch?

Nach Wochen im wilden Norden haben wir dann schliesslich in Trondheim wieder die Zivilisation erreicht. Das Wetter in Trondheim spielte nicht so mit und es regnete praktisch pausenlos, nur für die Fotos zeigte sich kurz die Sonne 🙂

2 Gedanken zu „Auf dem Weg nach Südnorwegen

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